Mobbing im Reitsport

 

Was tun gegen Mobbing im Reitsport ?

Üble Nachrede, Missgunst, Storken, Häme, Zwietracht- das Zusammenleben im Reitstall hat nicht nur schöne Gesichter. Erlebt haben wir das sicher alle schon mal. Die Gruppe der Einsteller verstummt, dreht sich weg oder löst sich auf. Die Zuschauer an der

Bande geben „ gut gemeinte“ Ratschläge oder beobachten und beurteilen die Aktiven ohne Wertschätzung und Wohlwollen.

 

Bild:Pixabay:Alexas_Fotos 

Wie kann man damit umgehen ? Wie werde ich „resilienter“ gegen diesen Druck von außen ?

 

Das Selbstbewusstsein stärken

 

In die Opferrolle geraten häufig Menschen, deren Selbstbewusstsein nicht stark ausgeprägt ist. Dies erkennt man meistens schon von weitem: am Gang, an der Körperhaltung, an der Art zu argumentieren oder eben nicht zu argumentieren, Raum einzunehmen. Das erste Ziel sollte der Aus- und Aufbau von

Selbstbewusstsein sein. Zudem ist es hilfreich, sich seiner Selbstwirksamkeit

bewusst zu werden. Folgende Fragen sind dafür behilflich:

 

Was können mein Pferd und ich gut ? 10 und mehr Dinge aufschreiben, die gut gelingen. Was sind / waren unsere größten Erfolge ?

Auf ein großes Blatt notieren und mit Fotos ergänzen. Diese Kollage gut sichtbar aufstellen oder zum Beispiel über den Schreibtisch aufhängen.

 

Wie habe ich diese Erfolge gefeiert ? Habe ich sie überhaupt gefeiert ?

Wer und was hat mich dabei unterstützt ? Auf wen konnte ich „zählen “ ?

 

Die Körperhaltung optimieren

 

Wie stehe ich ? Wie gehe ich ? Wie spreche ich? Gehe ich mit

gesenktem Kopf und hängenden Schultern durch die Gegend ? Oder nehme ich mir

Raum, stehe aufrecht, suche und halte ich

Blickkontakt ? Probiert diese unterschiedlichen Haltung einmal bei der

Freiarbeit mit euren Pferden aus ! Wann folgt euer Pferd wem? Folgt es dem

Schüchternen ? Oder dem Selbstbewusstem ?

 

Die Standortanalyse

 

Um sich weiterentwickeln zu können, muss man erstmal die

Standortfrage klären:

Wo stehe ich ? Was möchte ich ? Was sind meine Werte ? Was ist mir wichtig beim Reiten ?

Wie möchte ich reiten ? Warum reite ich überhaupt ? Sind für mich Harmonie, Partnerschaft, Verantwortung,

emotionale Bindung, Freiheit, Abenteuer und Natur wichtig ? Oder spielen Anerkennung, Leistung, Ansehen, Wettkampf, Bestätigung, Ehrgeiz und Siegen im Vordergrund ?

 

Zielfokussierung

 

Für mehr Klarheit sorgt das Formulieren von Zielen. Wie lautet mein Ziel ? Ist es wirklich mein Ziel ? Oder das meines Trainers ? Meiner Eltern ? Meiner Umgebung ?

Passt mein Ziel zu meinen Werten ? Ist mein Ziel SMART formuliert, damit ich es auch erreichen kann ?

Es ist sehr wichtig zu wissen, wohin man möchte. Nur wer ein Ziel hat, kommt auch irgendwo an !

Erfolg ist das Erreichen deiner selbstgesetzten Ziele !

Das muss von außen nicht unbedingt sichtbar sein. Der Späteinsteiger kann somit erfolgreicher, zufriedener und

glücklicher sein, weil er endlich den lang ersehnten Ausritt gemeistert hat, als ein Turnierreiter, der jede Woche zum Wettkampf fährt und ab und zu mal eine Schleife mitbringt.

 

Deshalb sollte man sich jede Trainingsstunde ein Ziel setzt und einen Trainingsplan erstellen. Fortschritte dokumentiert man in einem Erfolgstagebuch. Die so sichtbar gemachten Erfolge stärken das

Selbstbewusstsein und man kann Kommentaren von außen besser begegnen.

 

Netzwerke und Unterstützer

 

Immer noch gilt der Satz: „Gemeinsam sind wir stark !“ In Reitställen bilden sich schnell Gruppen und Clicken, die (scheinbar) die selben Interessen haben. „ Anders Denkende“ werden nicht integriert, ausgegrenzt,

abfällig betrachtet und bewertet.

In solchen Fällen sollte sich man sein Umfeld genau anschauen. Wen gibt es noch ? Wer hat gleiche oder ähnliche Interessen wie ich ? Mit wem kann ich mich zusammen tun ? Wer tut mir gut ? Wer kann mir helfen? Wer kann mich bei (reiterlichen) Problemen unterstützen ?

Dies sind erste Schritte heraus aus der Opferrolle. Nicht passiv alles ertragen, sondern mit Überlegungen und Strategien ins Handeln kommen. Eine weitere Möglichkeit ist, sich professionelle Hilfe zu holen. Ich kann dir als Expertin für mentale Stärke im Reitsport in diesen Dingen gerne zur Seite stehen und gemeinsam mit dir Lösungswege entwickeln.  Lass uns darüber sprechen: 0178/4030540

 

Mentale Übung: Visualisieren

 

Die Mental Technik des Visualisieren hilft dabei, bevorstehende Situationen erfolgreich zu meistern. Es ist das gedankliche Durchspielen der Situation im Kopf. Man kreiert sozusagen den eigenen Erfolgsfilm im Kopf. Dabei ist es wichtig, alle Sinne mit einzubeziehen. Nur so wird das Unterbewusstsein auf das bevorstehende Ziel programmiert. Konkret:

 

Wie begegne ich der Gruppe der „ Lästerziegen“ ? Wie stehe ich ? Was sage ich ? Wie verhalte ich

mich ? Wie reagieren ich souverän auf verbale Attacken ? Und wie sehen die Gesichter aus, wenn eine ironisch, witzige Antwort erfolgt ?

 

Übung aus dem NLP

 

Fällt es einem schwer, dem Wortführer dieser Gruppen gelassen und souverän entgegen zu treten, hilft eine Technik aus dem NLP (NeuroLinguistischesProrammieren= Sammlung von Kommunikationstechniken, die

zu planbaren, bewussten und zielgerichteten Handlungen führt):

das Arbeiten mit Submodalitäten.

 

Hierbei stellt man sich vor, wie der Gesprächspartner sich verändert. Mann kann mit der Größe spielen; ihn also ganz, ganz klein machen. Oder aufgeblasen wie einen großen Luftballon. Man kann sich vorstellen, er

spricht wie Mickey Mouse oder er ist ganz in Rosa gekleidet. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da diese Vorstellungen oft recht witzig sind, kommt automatisch ein Lächeln in Gedanken dazu, so dass der Druck, die Angst und Anspannung weichen kann.

 

 

Mental Übung: Schutzglocke

 

Es gibt häufig Situationen, in denen ist man völlig abgelenkt und blockiert. Zum Beispiel wenn Person xy am Rand steht. Sei es im Training oder im Wettkampf. Dahinter steht meistens die Angst, dass andere

schlecht über einen urteilen. Man sei nicht gut genug für das Pferd, nicht konsequent, überfordert…..

 

Was passiert in solchen Situationen ? Die Konzentration und die Aufmerksamkeit der Gedanken richtet sich nach außen. Man verspannt sich, das Pferd nimmt dieses wahr und reagiert darauf. Die Leistung von Pferd und

Reiter verschlechtern sich. Ein Teufelskreis beginnt.

In solchen Fällen hat sich die Schutzglocke bewährt. Dies ist eine virtuelle Glocke aus Licht oder Glas um sich und sein Pferd. Alle äußeren Einflüssen prallen an der Außenwand ab. Die Konzentration kann bei Reiter und Pferd bleiben. Geräusche, Kommentare und Blicke kommen nicht zu dem Reiter durch. Dieser kann sich wieder auf seine Aufgabe konzentrieren.

 

 

 

Ausblick

 

Konflikte und Reibereien gibt es in größeren Gruppen immer mal wieder. Da hilft es das eigenen verhalten zu reflektieren, seinen Standort zu klären und sich auf sein Ziel zu fokussieren. Dies verhilft zu mehr

Klarheit.

Die Übungen aus dem Mental Coaching schaffen Abstand und Distanz zu negativen und hinderlichen Einflüssen. Das Ansprechen von Konflikten und die gemeinsame Suche nach Lösungsansätzen kann Störfeuer in der (Reit-)Gemeinschaft bereinigen und einen Neustart möglich machen.

Wenn alles Bemühen jedoch nicht hilft. Man immer noch mit Bauchschmerzen zum Pferd fährt, keine Unterstützung erfährt und keine Perspektive mehr sieht, dann sollte man über einen Stallwechsel intensiv nachdenken.

 

Gerne unterstütze ich dich in dem Prozess, sich mental zu stärken und aus der Mobbing-Falle zu entkommen.

Gemeinsam entwickeln wir individuelle Handlungspläne und Lösungswege.